Freiwillige erzählen

Sozial sein lohnt sich - Erwartungen und Erfahrungen von drei jungen Willichern zum Freiwilligen Sozialen Jahr, Zivildienst und Bundesfreiwilligendienst

Drei junge Willicher haben etwas gemeinsam: Lara Heidtmann (20), Stefan Bommels (22) und Deniz Dogan (19) finden, dass es sich lohnt, sich für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung zu engagieren und haben sich die Willicher Malteser als „Einsatzort“ ausgesucht. 

Lara Heidtmann wollte nach dem Abitur noch etwas Zeit haben, um zu entscheiden, ob eine Ausbildung als Krankenpflegerin oder ein Medizinstudium das Richtige für sie wäre. Die 20jährige entschied sich daher für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei den Willicher Maltesern, welches nun zum 31.08.2011 endet. „Ich wurde vorwiegend in der Erste-Hilfe-Ausbildung eingesetzt und konnte den Notfallhelferlehrgang absolvieren. Hierdurch konnte ich gezielt testen, ob sich mein Interesse am medizinischen Bereich festigt. Und es hat sich gelohnt, ich werde nach meinem FSJ zunächst eine Ausbildung zur Krankenpflegerin beginnen“, so Heidtmann. Aber auch ansonsten hat das FSJ für Lara Heidtmann viel gebracht und war sehr abwechslungsreich: „Von Ausbildungskurs zu Ausbildungskurs bin ich sicherer geworden. Diese Selbstsicherheit beim Sprechen vor Gruppen kann man später bestimmt immer mal gebrauchen. Zudem war es spannend, Erwachsene und Kinder in Erster Hilfe fit zu machen. Dadurch, dass ich öfters im Fahrdienst ausgeholfen habe, bin ich zudem in engen Kontakt mit älteren und behinderten Menschen gekommen. Diese Fahrten haben mir viel Spaß gemacht und ich möchte diese Erfahrung nicht missen“.

Stefan Bommels ist mittlerweile ein „Einzelstück“, denn er ist der letzte noch verbleibende Zivildienstleistende der Willicher Malteser. Seit Dezember 2010 ist er ständig unterwegs durchs Willicher Stadtgebiet, entweder um als „Essen auf Räder-Fahrer“ mittags schmackhafte, warme Mahlzeiten bei Seniorinnen und Senioren vorbeizubringen oder um behinderte und ältere Menschen zur Arbeit, zum Arzt oder zur Familie zu fahren. „Es war für mich eine gute Erfahrung, mit älteren Menschen und Menschen mit Behinderung in Kontakt zu kommen. Ich habe viel über die unterschiedlichen Menschen gelernt und ich finde es gut für jemanden da zu sein“, beschreibt Bommels seine Erfahrungen. Er zieht bereits jetzt eine positive Zwischenbilanz seiner Zivildienstzeit, die zum 30. November 2011 enden wird: „Ich war ja gezwungen mir auszusuchen, ob ich Zivildienst machen möchte oder zur Bundeswehr gehe. Meine Entscheidung für den Zivildienst habe ich nicht bereut und würde es noch mal genauso machen- auch bei den Willicher Maltesern.“ Auch er will sich eventuell beruflich im sozialen Bereich engagieren.

Auf Deniz Dogan kommt diese Erfahrung noch zu, er wird zum 15. September 2011 als erster „Bufdi“ im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) für die Willicher Malteser arbeiten. Der 19jährige weiß derzeit noch nicht genau, was er studieren möchte, irgendwas in Richtung Naturwissenschaft soll es werden. Durch die Nachrichten ist er auf die Möglichkeiten des FSJ und des BFD aufmerksam geworden und hat sich bei den Willicher Maltesern beworben. „Ich bekomme die Zeit als Wartesemester angerechnet und habe gleichzeitig die Gelegenheit, mir in Ruhe Gedanken darüber zu machen, was ich konkret studieren möchte. Meinem Lebenslauf schadet der Bundesfreiwilligendienst wohl nicht und ein wenig Geld fürs Studium kann ich eventuell auch zur Seite legen“  beschreibt Dogan die Vorzüge des BFD. „Ich bin gespannt, was mich erwartet. Ich werde bestimmt einiges über den Umgang mit älteren und behinderten Menschen lernen. Diese haben wahrscheinlich viel zu erzählen“ freut sich Dogan auf seinen Einsatz beim Malteser Hilfsdienst e.V. Willich.

Für Deniz Dogan suchen die Willicher Malteser noch „Mitstreiter“, die ebenfalls Interesse haben, sich im Rahmen des FSJ oder des Freiwilligendienstes zu engagieren. Ein Freiwilliges Sozialen Jahr können alle im Alter bis 26 Jahre absolvieren. Beim Bundesfreiwilligendienst sind keine Altersgrenzen gesetzt, wer etwas Zeit hat und sich gerne engagieren möchte, ist bei den Maltesern herzlich willkommen. Sowohl beim FSJ als auch beim BFD wird Taschengeld und Essengeldzuschuss von bis zu 450,00 € monatlich bei einer 39 Stunden-Woche gezahlt, die Sozialversicherungsleistungen werden ebenfalls übernommen. 
Interessierte können sich gerne an Marita Sass, Ansprechpartnerin für FSJ und Freiwilligendienst, wenden.